5 Gründe, warum Sri Lanka eines der besten Low Budget Backpacker-Reiseziele ist

 • Unschlagbar günstig • Auch in kurzer Zeit schnell bereisbar • Abwechslungsreiche Landschaften & Aktivitäten • Freundliche hilfsbereite Menschen • Eine der schönsten Zugstrecken der Welt

1.Sri Lanka: Unschlagbar günstig

Für mehrere Stunden Zugfahrt auf einer der schönsten Strecken der Welt bezahlt man derzeit (2018) umgerechnet unter einen Euro. Auf meiner Reise im Dezember 2018 hatte eine Backpackerin, mit der ich einige Zeit zusammen unterwegs war,  für sich ein Tagesbudget von 10 Euro für alles (inklusive Übernachtung) festgelegt und ist damit tatsächlich gut zurechtgekommen. Nur der Eintritt zu sehr touristischen Attraktionen wie z. B. dem Löwenfelsen in Sigiriya ist ziemlich teuer.

Löwenfelsen in Sigiriya, Sri Lanka
Wendeltreppe zu den berühmten Wolkenmädchenfresken am Löwenfelsen in Sigiriya, Sri Lanka
Am Fusse bzw. an einer Kralle der Treppe zum Aufstieg Löwenfelsen Sigiriya, Sri Lanka

Uns hat der sehr nette Hostelverwalter in Kandy sehr geholfen, indem er uns mitgeteilt hat, dass einmal am Tag vom Busbahnhof Kandy aus um 7.30 Uhr früh ein Expressbus nach Sigiriya fährt und man danach bis ca 15 Uhr von dem Ort einen weiteren Bus nach Dambulla zu den Höhlentempeln nehmen kann (Halt des Buses nach Dambulla ist in Sigiriya vor dem Supermarkt; überall darum herum gibt es tolle kleine Cafés mit superleckerem Essen, sehr zu empfehlen!).

Am Fusse der Höhlentempel in Dambulla
Dambulla Höhlentempel

Somit haben sich zumindest die Fahrtkosten für die beiden Sehenswürdigkeiten für uns erheblich reduziert und alles hat sehr gut geklappt. Daher kann ich nur empfehlen, vor Ausflügen im Hostel nachzufragen, viele Sri Lankiner sprechen meiner Erfahrung nach sehr gut Englisch und geben gerne hilfreiche Tipps.

In Ella hatten wir zu dritt einen Dorm in einem wunderschönen Berghostel mit Aussicht auf die umliegenden Berge sowie Wasserfall. Inklusive eines großen und reichhaltigen Frühstücks mit frischem Tee von der Plantage haben wir nur je 4 Euro pro Nacht dafür bezahlt.

Unsere Aussicht auf Berge und Wasserfall in Low Budget Hostel in Ella, Sri Lanka
Ella: Hast du es erkannt? In der Mitte ist kein Ast, sondern ein Tier!

Die günstigste Unterkunft hatte ich in Kandy für umgerechnet nur 1,50 Euro pro Nacht – allerdings war es da nicht besonders sauber und es war ohne Frühstück, aber die Leute dafür um so netter.

Sehr lustig war eine Situation in Ella, als wir zu dritt im Ort im Restaurant „Chill“ zu abend gegessen hatten und anschließend mit drei Taxis den Preis verhandelt haben, da unser Berghostel ein gutes steiles Stück weiter oben gelegen war. Wir haben nicht eingesehen, warum wir mehr ausgeben sollten als am Tag zuvor. Nachdem unsere Verhandlungsversuche kläglich gescheitert waren, haben wir uns doch zu Fuss auf den Weg gemacht (um dann nach einer Weile Aufstieg doch noch ein anderes Taxi zu finden für den gewünschten Preis, da wir ja schon einen Teil der Strecke zurückgelegt hatten). Während des anstrengenden Bergaufgehens auch noch an einer stinkenden kleinen Müllhalde vorbei, hatten wir Zeit, mal umzurechnen, um welchen Betrag genau wir gerade gefeilscht hatten: Es waren exakt 0,25 Cent und wir mussten sehr lachen.

Insgesamt habe ich meist in Dorms geschlafen, war aber ein paar Mal in Ella und einmal in Kandy in einem „teureren“ Restaurant. Allerdings habe ich auch in den Strandorten (Tangalle und Unawatuna) immer direkt am Strand gefrühstückt und zu Abend gegessen – es war herrlich! In den Hostels, in denen ich war, gab es keine Kochgelegenheit. Ich hatte das Glück, einen sehr günstigen Flug zu erwischen und habe insgesamt ca 1050€ für zweieinhalb Wochen ausgegeben – dies ließe sich noch deutlich reduzieren, wenn man teurere Attraktionen auslässt bzw. weniger Zeit am Strand verbringt, wo es meist ohne Komfortgewinn ca doppelt so teuer wie im Hochland ist.

Ein Strandrestaurant am Tangalle Beach (unbezahlte Werbung)

2. Sri Lanka: Auch in kurzer Zeit schnell bereisbar

Wenn man jobmäßig sehr eingespannt ist und nicht mehr als ca zwei Wochen am Stück Zeit hat, aber trotzdem etwas erleben möchte, bietet sich Sri Lanka als ideales Reiseziel an. Da das Backpackerziel etwas kleiner als Bayern und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug und Bus sehr gut erschlossen ist, kann man schnell herumreisen und viele verschiedene Eindrücke sammeln; somit kann man auf der Insel auch in kurzer Zeit Kultur mit Natur sowie ein paar Tage Ausspannen am Strand verbinden.

Wie wäre es mit Weihnachten am Strand in Unawatuna? Hier muss man in Sri Lanka auch auf Christbäume nicht verzichten.
In diesem heißen Land, wer ist der schönste Christbaum am Strand?

3. Sri Lanka: Abwechslungsreiche Landschaften & Aktivitäten

Unbedingt sehenswert ist natürlich das Hochland, wo ich letztendlich mehr Zeit als ursprünglich eingeplant verbracht habe, weil es so fantastisch war. Man kann Führungen durch Teefabriken machen und sich direkt auf der Plantage die Qualitätsmerkmale bzw. unterschiedliche Verwendung der Teeblätter erklären lassen. Wusstest du z. B., dass schwarzer und weißer Tee aus derselben Teepflanze gemacht wird?

Teeplantage
Teepflückerinnen auf Plantage (Einverständis Bild eingeholt)
Aussicht von Teeplantage Sri Lanka
Pflanze Sri Lanka
Auf einer Teeplantage

Es bieten sich einerseits tolle Ausflüge zu kulturellen Highlights wie dem Zahntempel, in dem angeblich der linke Eckzahn Buddhas verwahrt wird, sowie nach Sigiriya sowie Dambulla an.  

Zahntempel in Kandy
Wandmalerie am Eingang des Zahntempels in Kandy
Eingang Zahntempel in Kandy
Opferblumen bei Zahntempel in Kandy
Zahntempel in Kandy, Sri Lanka
Bei Zahntempel in Kandy
Nur für Schwindelfreie: Aufstieg Löwentreppe in Sigiriya, Sri Lanka
Aussicht an leider bewölktem Tag vom Löwenfelsen in Sigiriya, Sri Lanka
Gebetssession auf dem Plateau auf Löwenfelsen in Sigiriya, Sri Lanka
Auf zu den Höhlentempeln in Dambulla!
Höhlentempel Dambulla vor Aufstieg
Ein Highlight der sehenswerten Tempel in Asien: Dambulla Höhlentempel in Sri Lanka
Aussicht von Höhlentempel in Dambulla
Nach der Tempelbesichtigung in Dambulla: Ausruhen auf warmen Felsen

Andererseits kann man viel wandern sowie Führungen auf Teeplantagen machen und z. B. von Berghostels in Ella aus fantastische Aussichten – in unserem Fall sogar auf einen Wasserfall – genießen. Eine Besonderheit ist auch das Spazierengehen auf den Zuggleisen – an den Anblick muss man sich als Europäer erst gewöhnen, aber dies tut jeder, da die Landschaft so schön ist. Wenn ein Zug kommt, hört man es bzw. wird auch von anderen Menschen darauf aufmerksam gemacht und geht einfach kurz zur Seite. Meist fährt nicht öfter als einmal pro Stunde überhaupt einer. Seitlich der Zuggleise kann man oft von kleinen Ständen der Lokals frische Kokosnüsse und heiße Maiskolben kaufen, so dass man keinen Proviant mitnehmen muss.

Viele Leute gehen auf den Gleisen spazieren

Auf den Gleisen sind wir z. B. zur Nine Arches Brücke in Ella spaziert: Auf ihr wirken Menschen wie Ameisen. Die bekannte Brücke wird besonders gerne dann fotografiert, wenn gerade ein Zug darüber fährt.

9 Arches Bridge bei Ella

Sehr zu empfehlen ist auch der Besuch der Lipton-Teeplantage. Bei nächster Gelegenheit würde ich mir dort eine Unterkunft suchen und an den üppigen Teefeldern entlang wandern, die mit malerischen bunten Häuschen bestückt sind.

Lipton Teeplantagen
Lipton’s seat
Lipton Teeplantage

Obwohl viele Reiseführer dazu raten, Colombo auszulassen, finde ich persönlich den großen Gangaramaya Tempel durchaus sehenswert und bin froh, ihn doch besucht zu haben. In Mount Lavinia ist von Colombo aus gesehen der erste Strand, an welchem man auch baden kann. Man erreicht ihn durch ein Hotel und eines Morgens war ich die Einzige dort. Ansonsten gibt es viele Strände entlang der Küste; ich kann zum Surfenlernen besonders den kleinen am Strand meist etwas überfüllten Waikirikiri Beach empfehlen, weil dort die Wellen einfach perfekt sind.

Waikirikiri Beach: Ideal zum Surfenlernen!
Waikiriki Surfbeach

Mein absoluter Traumstand war allerdings auf jeden Fall Tangalle: Für mich wirklich ein echtes Highlight, obwohl ich schon viele Strände gesehen habe. Man muss im Hostel wegen den Strömungen zwar fragen, wo man ins Wasser gehen kann, aber durch die farbenprächtigen Algen an manchen Stellen und dadurch, dass wenig Leute da sind, verkörpert er für mich einen absoluten Traum. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in urigen Beachbungalows zu wohnen, die auch Low-Budget zu haben sind; unseres für drei Leute hat 15 US-Dollar pro Nacht gekostet. Hotelbunker, die die Landschaft verschandeln, gibt es nicht.

SRI LANKA: Traumstrand Tangalle
Wellbeing am Traumstrand Tangalle
Tangalle Sri Lanka

Wenn man neben Bademöglichkeit ein bisschen mehr Nightlife, Shoppingmöglichkeiten sowie Kontakt zu anderen Menschen sucht, ist man in Unawatuna richtig. Ausserdem kann man am Strand entlang wandern bis zum Turtle Beach, wo man mit etwas Glück Riesenschildkröten im Wasser erspähen kann.

Straße in Unawatuna
Unawatuna Strand
Turtle Beach in Unawatuna

Von Unawatuna aus kann man auch gut einen kleinen Ausflug zu der nächstgelegenen Stadt Galle mit ihrer Festung machen und sich in den kleinen Altstadtgassen verlieren.

Aussicht Galle Fort
Spaziergang auf Galle Fort
Galle Leuchtturm

Von Unawatuna aus gibt es auch Halbtagesausflüge nach Mirissa, wo man eine Walbeobachtungstour machen und die bunten Schiffe im Hafen beobachten kann.

Mirissa Hafen

Mein persönlicher Tipp für kitschiges Touri-Shopping (muss gelegentlich auch mal sein) sind Sari-Läden in Kandy – hier musste ich einfach zum ersten Mal im Leben einen indischen Party-Sari mit viel Glitzer anprobieren!

Partysari-Shopping in Kandy

Außerdem finde ich die vielen vegetarischen Restaurants in Kandy echt super – auch wenn ohne Besteck gegessen wird (ich hatte allerdings mein Titan-Campingbesteck im Rucksack für etwas flüssigerere Curries).

Egal ob man Wandern, Sehenswürdigkeiten oder sportliche Aktivitäten wie Surfen und Standup-Paddling bevorzugt – man muss sich nicht zwangsläufig entscheiden, denn in Sri Lanka kann man auf kleiner Strecke die unterschiedlichsten Aktivitäten miteinander verbinden.

4. Sri Lanka: Freundliche hilfsbereite Menschen

Einen ersten Eindruck der Sri Lankinischen Hilfsbereitschaft, die meinem Gefühl nach auch auf die buddhistische Tradition zurückgeht, konnte ich mir bereits am Anreisetag auf der Busfahrt von Colombo nach Mount Lavinia verschaffen. Da die Fahrt länger als gedacht gedauert hat und es bereits dunkel geworden war, versuchte ich mehrmals den Busfahrer darauf anzusprechen, wie weit es denn noch sei (und ob ich wirklich im richtigen Bus bin). Leider hat mich dieser aber nicht verstanden und es haben sich sowohl eine Frau als auch ein Mann, ohne dass ich sie angesprochen habe, eingemischt und die gewünschte Info für mich erfragt.

Ganz am Ende meiner Reise wollte ich noch eine Nacht in einem Vorort des Flughafens verbringen und der Bus hatte mich gefühlt in der Pampa abgesetzt – es war ebenfalls bereits dunkel und ich hatte Probleme, die Straße zum Hostel zu finden. Also habe ich einen Mann auf einem Motorrad vor einem Supermarkt gefragt und er hat mir Auskunft gegeben. Eine Weile nachdem ich in die genannte Straße eingebogen war, kam der Mann auf dem Motorrad zurück: Er entschuldigte sich und sagte, dass er sich geirrt hatte und mich in die falsche Richtung geschickt hatte – also drehte er extra um, damit er mir den richtigen Weg zeigen kann! Ich wollte ihm dafür Geld geben, aber dies hat er abgelehnt.

Obwohl der Zug auf der Strecke zwischen Colombo und Ella manchmal ziemlich überfüllt war, wurde mir so oft ein Sitzplatz angeboten wie nie zuvor im Leben. Eine Familie hat ständig eines ihrer Kinder, ein etwa neunjähriges Mädchen, von seinem Sitz heruntergeschubst, damit ich Platz nehmen kann – was ich natürlich abgelehnt habe. Einmal sass ich neben einem Familienvater, welcher einen Fensterplatz hatte, und habe sämtliche Verrenkungen angestellt, um ein paar Fotos nach draußen zu machen. Daraufhin bot er mir an, Plätze zu tauschen und erzählte etwas später, dass er diese Strecke normalweiserweise auch nicht fährt, sondern nur heute seinen Sohn in die Stadt begleitet – trotzdem hat er also quasi zu meinen Gunsten freiwillig auf die schöne Aussicht verzichtet!

5. Sri Lanka: Eine der schönsten Zugstrecken der Welt

In vorbereitender Reiseliteratur hatte ich bereits gelesen, dass die Strecke von Ella nach Hatton eine der schönsten Zugstrecken der Welt ist – eine reine Zugfahrt als Attraktion an sich. Tatsächlich kann ich bestätigen, dass die Teefelder-Landschaft auf diesem Streckenabschnitt besonders schön ist – ausserdem macht es Spass, vor den stets offenen Türen zu stehen oder sich gemütlich direkt in die Tür zu setzen und den Fahrtwind zu genießen.

Teeplantage aus dem Zug fotografiert
Gemütliche Zugfahrt im Hochland Sri Lankas

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