Officesatire: Officeflüchter versus Officehocker oder die Bekehrung des beschleunigten Flatterhuhns zum achtsamkeitsaffinen Slowfreibrüter

In Biologie lernt man, dass es bei den Vögeln Nesthocker sowie Nestflüchter gibt. Die ersteren bleiben sehr lange im Nest, während die anderen es so schnell wie möglich verlassen und ihrer eigenen Wege gehen. Die Nesthocker bevorzugen also ihre Komfortzone, während die Nestflüchter das Abenteuer im Unbekannten suchen. Dies hat mich, das Flughuhn, zu einer Übertragung in den Joballtag inspiriert: In Analogie zur biologischen Einteilung in der Tierwelt sehe – und vor allem fühle – ich den Officealltag einer Angestellten in Deutschland als „Officehocker“-Modus, während der Nestflüchter aus der Vogelwelt einer „Officeflüchterin“ in Form eines Lebens als digitale Nomadin in der menschlichen Welt entspricht.

Also kurz zusammengefasst:

Nesthocker=Officehocker und Nestflüchter=Officeflüchter

Demnach stand ich Anfang 2019 vor einer wichtigen Entscheidung, die man satirisch wie folgt ausdrücken kann:

Vorsichtig pickte ich ein paar Kampagnen aus dem Kundenaccount, wackelte beim Tippen mit den Ellenbogen und blinzelte verstohlen in Richtung Salesgegacker: Ein Kunde hatte ein kleines Auftragskörnchen geworfen und die Officehocker flatterten aufgeregt mit geschwollenem Kragen um den Käfigköder herum. Sie krähten und krakeelten, telefonierten und trippelten.

„Hoffentlich werden sie und wir vom Accountteam nicht aufgespießt. Sonst enden wir alle hackordnungsgemäß als verfettete Brathähnchen auf dem Beschwerdegrill, wenn etwas mit dem Körnchen nicht stimmt bzw. der Auftrag technisch mal wieder nicht termingerecht klappt. Die Vorgesetzten haben ja leider wenig Verständnis dafür, dass man aus einem Rührei kein Spiegelei mehr machen kann. Ausserdem verderben zu viele Vertragsköche das Renditeomlette“, dachte ich.

„Da haben es die freilaufenden Biohühner echt gut, die müssen nicht so viele Federn lassen. Zudem glänzen die in Ruhe woanders in der Wildbahn der Welt gelegten Eier bestimmt edler und sind lukrativer“, gurrte ich neidisch vor mich hin. Nachdenklich belüftete ich meinen vorlauten Schnatterschnabel kurz am Fenster zur Freiheit.

Dann beschloss ich plötzlich, mich wirklich frei zu flattern: „Ich möchte auch mehr Auslauf als 28 Urlaubstage pro Jahr haben, um in der Sonne die Flügel auszubreiten und lustige Überraschungseier zu produzieren: Deshalb werde ich jetzt offiziell ortsunabhängige Officeflüchterin!“ – dies sprach ich und wurde zum erlebnishungrigen Reiseblogbrüthühnchen auf Flugreisen.

Mein Leben als bekehrte Officeflüchterin beginnt jetzt mit diesem Flughuhnblog, welcher der Appetizer für die innovative Navarella Navigationsapp www.navarella.com, ist. Ich lebe in Kürze – wenn die letzten Monate im Office vertragsgemäß „abgehockt“ sind – von dieser Kooperation mit Navarella.

Bitte verzeihe mir kleine Fehler: Dieser Blog ist erst im Aufbau. Ich liebe es zu reisen und zu fotografieren, werde aber im Laufe der Zeit meine Ausrüstung und Kenntnisse professionalisieren. Persönlich finde ich aber, dass z. B. nicht ganz so perfekte Schnappschüsse oft lebendiger sind als bearbeitete Hochglanzporträts, deshalb findet sich hier vielleicht das ein oder andere seltsam belichtete bzw. etwas dunkle Bild wieder.

Mein Anspruch ist es, zu zeigen, wie aufregend Reisen und überhaupt die vielfältige Welt sein kann und ich teile dabei sehr persönliche Erfahrungen und Abenteuer mit dir. Dabei hoffe ich, dass der ein oder andere Tipp für dich nützlich bzw. inspirierend ist. Als Flughuhn möchte ich aber auch manchmal einfach lustig vor mich hingackern und hoffe, dass du ein bisschen mitschmunzeln kannst, während ich dieses Reiseblogei ausbrüte und nicht gleich missbilligend zum Krähen anfängst.

Und wie sieht es bei dir aus? Lebst du als Officehocker oder als Officeflüchter und hast du deine Entscheidung bewusst getroffen?

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