Safari im Kruger-Nationalpark Südafrika mit tierischem Campabenteuer*

Mit dem Minibus fuhren wir, eine kleine aber feine Gruppe von acht Leuten, von Johannesburg zu unserem Camp nicht weit vom Kruger-Nationalpark. Auf der viertägigen Safari hatten wir tatsächlich das Glück, über 56 Tierarten zu sehen (eine in unserem Jeep hat tatsächlich mitgezählt), darunter auch die Big Five und es war ein Supererlebnis. Eine Safari im Kruger-Nationalpark in Südafrika ist sehr zu empfehlen, auch wenn man Malariaprophylaxe braucht und es etwas teurer als in anderen Safarigebieten ist – dafür sieht man durchschnittlich ca dreimal soviele Tiere im Vergleich zu den anderen südafrikanischen Nationalparks, die dafür aber malariafrei sind.

Gnu im Kruger-Nationalpark Südafrika
Eine unserer ersten Begegnungen im Kruger-Nationalpark in Südafrika (Quelle: eigenes Foto)
Affe im Kruger-Nationalpark Südafrika
Affe im Anmarsch (Quelle: eigenes Foto)
Zusammen bilden wir ein Herz! (Quelle: eigenes Foto)
Junger Elefant mit Mama im Kruger-Nationalpark Südafrika
Da versteckt sich jemand (Quelle: eigenes Foto)
Unter Mamas Stosszähnen (Quelle: eigenes Foto)
Hälslein reck dich! (Quelle: eigenes Foto)

Auch im Camp hatten wir unerwartete Begegnungen mit einer Art riesigen wandelndem Stab im Badezimmer und einer Riesenraupe neben dem Frühstückstisch.

Insgesamt war ich von dem Komfort trotz vergleichsweise Low Budget-Buchung überrascht – wir hatten schließlich keine Luxuslodge, sondern Zelte. Allerdings waren diese recht groß und innen standen richtige Betten, so dass man nicht auf dem Boden schlafen musste. Die sanitären Anlagen waren sauber und es gab eine richtige Toilette, was ich im Busch nicht erwartet hätte. Allerdings fand ich es schon bei Ankunft etwas seltsam, dass das Camp weder eingezäunt war, noch dass es eine Nachtwache gab.

Ich bekam ein kleines Zelt in der Mitte des Camps direkt neben der Feuerstelle, wo wir abends am Lagerfeuer sassen und die Erlebnisse des Safaritages diskutierten. Einmal wurde auch Gitarre gespielt und von unserem Guide konnten wir Kopien von tollen selbstgemalten wilden Tieren erstehen.

Am Tag der Anreise machten wir allerdings vor Ankunft im Camp noch in einem Wildlife Sanctuary mit dem lustigen Namen Moholoholo Halt, in dem verletzte oder verlassene junge wilde Tiere aufgepäppelt werden und wenn möglich wieder in die Freiheit entlassen werden. Bei Löwenjungen, bei denen früh die Mutter verendet ist, kann man dass aber z. B. nicht machen, da sie das Jagen nie lernen und deshalb in der Wildnis verhungern würden. Gruselig war es, dass der Löwe gezielt immer wieder versucht hat, Kinder zu attackieren – zum Glück war der Zaun ja dazwischen. Auch später in einem anderen Tierpark mit verschiedenen Raubtieren wurde die Gruppe angehalten, Kinder lieber in die Mitte zu nehmen, da die Großkatzen sich sonst sehr in ihr Jagdfieber hineinsteigern, obwohl eine Abgrenzung dazwischen ist.

Wildlife Sanctuary Südafrika (Quelle: eigenes Bild)

Außerdem lernten wir in dem Wildlife Sanctuary, dass man Leoparden im Gegensatz zu Geparden niemals zähmen kann – es kann ein halbes Jahr lang gutgehen, ein Leopardenjunges aufzuziehen, aber irgendwann kommen sie immer auf die Idee, einen zu fressen. Bei einem bei Menschen aufgewachsenen Geparden war es jedoch möglich, ihn an der Leine zu führen und wir durften ihn alle streicheln.

Des weiteren erfuhren wir, dass die Hyänen das stärkste Gebiss besitzen und normalerweise dass fressen, was Löwen noch übrig lassen. Deshalb muss der mehrfach verstärkte Drahtzaun rund um das Hyänengehege regelmäßig kontrolliert und ausgebessert werden – einen einfachen Drahtzaun würde eine Hyäne locker durchbeißen.

Etwas traurig, aber sehr süss zu beobachten, war ein Vogel, der leider fehlgeprägt auf Menschen ist: Während er seinesgleichen als Konkurrenten auffasst und angreift, steht er bei Menschen blinzelnd am Zaun und bietet im Schnabel den staunenden Zweibeinern treuherzig sein Brautgeschenk an.

Welcher Mensch will mich heiraten? Hier ist mein Hochzeitsgeschenk! (Quelle: eigenes Foto)
Derselbe Vogel mit artgenössischem Partner im Kruger-Nationalpark (Quelle: eigenes Foto)

Einige Besucher durften im Gehege verschiedene Geier füttern; allerdings musste man aufpassen, dass man für den Fall des Falles die Vögel, nachdem sie ihre Nahrung geschnappt haben, auch schnell wieder abschüttelt, damit sie nicht auf die Idee kommen, als Nächstes den Fütternden in die Augen zu hacken. Insgesamt war die Führung, bei der man auch Adler streicheln konnte, die freiwillig den Kopf geneigt haben, um sich sichtlich genüsslich den Nacken kraulen zu lassen, sehr spannend und informativ. Am Schluss haben tatsächlich einige überlegt, dort mal ein freiwilliges Praktikum zu machen.

Ich neige das Köpfchen schon mal von selbst, damit du mich im Nacken kraulen kannst! (Quelle: eigenes Foto)

Im Kruger-Nationalpark selbst war es spannender als in jedem Actionfilm im Kino – dauernd passierte etwas, wir mussten meist nicht lange warten, um die unterschiedlichen Tiere in verschiedensten Situationen zu Gesicht zu bekommen. Nach kurzer Zeit hielten wir für eine Herde Impalas oder nur eine Giraffe gar nicht erst an.

Nanu, ist da etwa ein Jeep? (Quelle: eigenes Foto)
„Am besten ich verstecke mich. Leider ist dieser Busch etwas klein… (Quelle: eigenes Foto)
…dieser Busch sieht da schon vielversprechender aus… (Quelle: eigenes Foto)
…es gucken fast nur noch die Ohren raus! (Quelle: eigenes Foto)
…ok, genug des Paparazzi-Posings!“
Impalas in Aktion (Quelle: eigenes Foto)
Von wegen einzelne Tiere… (Quelle: eigenes Foto)
…dass sind immer ganze Horden Impalas! (Quelle: eigenes Foto)

Wir hatten sehr oft Glück, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: So haben wir einmal direkt am Straßenrand angehalten und kurz darauf streckten aus einer Erdhöhle direkt neben der Straße junge Wildhunde ihre Köpfe heraus oder Zebras fingen an, miteinander zu kämpfen. Außerdem waren Ende Dezember gerade viele Jungtiere zu sehen.

Kleines Zebra im Fokus (Quelle: eigenes Bild)
Zebra im Kruger-Nationalpark in Südafrika (Quelle: eigenes Foto)
…und plötzlich noch zwei Zebras. (Quelle: eigenes Foto)
Zebracrossing… (Quelle: eigenes Foto)
Dies ist ein Zebrastreifen! (Quelle: eigenes Foto)
Da guckst du (Quelle: eigenes Foto)
Was guckst du? Wildhund kommt aus seiner Erdhöhle (Quelle: eigenes Foto)

An einem großen See war nicht nur ein Panoptikum von verschiedenen afrikanischen Tieren; wir konnten sogar jungen Flusspferden beim Spielen zusehen.

Die „Hügel“ sind die Flusspferde 🙂 (Quelle: eigenes Foto)
Am Wasserloch: rechts die Giraffen, links waren Büffel, ganz links im Schatten Löwen und im Wasser Flusspferde… (Quelle: eigenes Foto)

Besonders lustig fanden wir die „running birds“, die plötzlich mit einem Affenzahn zwischen den Herden von anderen Tieren herumliefen, ein seltsamer Anblick, der uns zum Lachen brachte.

running birds Safari Südafrika
Die lustigen „running birds“ (Quelle: eigenes Foto)

Komik versprühte auch die Fellzeichnung der sogenannten „Waterbucks“: Sie besitzen einen weißen Kreis rund um ihr Hinterteil, der wie eine Zielscheibe aussieht.

Waterbucks im Kruger-Nationalpark Südafrika (Quelle: eigenes Foto)
Jetzt sieht mich (fast) keiner mehr! (Quelle: eigenes Foto)
Ich bin keine Dartscheibe! (Quelle: eigenes Foto)

Einmal hielt eine Besucherin des Kruger-Nationalparks, die mit ihrem Privatauto unterwegs war, unseren Safarijeep aufgeregt an, um unserem Guide zu erzählen, dass ein grosser Elefantenbulle scheinbar Probleme hat, also im Sterben liegt oder sogar schon tot ist, da er sich nicht bewegt. Wir fuhren sofort hin und tatsächlich schien die Situation zunächst traurig, denn der alte Bulle lag auf der Seite und rührte sich nicht. Irgendwann allerdings zuckte der vermeintlich Hinscheidende ein bisschen und letztendlich kam unser Guide zu dem einfachen Schluss, dass der Elefant einfach nur schläft.

Der alte Elefant schläft tief und fest (Quelle: eigenes Foto)

Drei spektakuläre Szenen werden jedoch immer unvergesslich bleiben: Einmal beobachteten wir eine Zeit lang ein Wasserloch, an dem sich zunächst gar nichts rührte. Plötzlich schoss wie aus dem Nichts das größte Krokodil, welches ich jemals gesehen habe (und ich habe schon besonders riesige Exemplare im Zoo in Surabaya in Indonesien bestaunt) mit geöffnetem Rachen direkt auf uns zu – allerdings waren wir zum Glück weit weg auf einer kleinen Anhöhe. Kurze Zeit darauf kam ein riesiger Elefantenbulle zu der Wasserstelle, plantschte mittendurch und wäre beinahe auf das Krokodil getreten…

In diesem Wasserloch versteckt sich ein riesiges Krokodil (Quelle: eigenes Foto)
…aber der große Elefant denkt sich nichts und latscht fast darauf! (Quelle: eigenes Foto)
Wohlbehalten auf der anderen Uferseite angekommen! (Quelle: eigenes Foto)

Die zweite spektakuläre Situation war eine Löwin, die unbeeindruckt ca acht Meter hinter unserem Jeep die Straße überquerte. Normalerweise sieht man die Löwen nur von weitem faul in der Sonne oder im Schatten liegen – es ist absolutes Glück, den wilden Raubtieren so nahe zu kommen! Die schweissbedeckte Löwin war offensichtlich sehr erschöpft, wahrscheinlich hatte sie zuvor entweder gejagt oder gerade Junge bekommen.

Löwen sieht man meistens nur im Rudel von weitem… (Quelle: eigenes Foto)
Diese Löwin latschte nur ca 8 Meter hinter uns über die Straße (Quelle: eigenes Foto)

Wie später in einem Hostel ausführlich mit einem Südafrikaner diskutiert wurde, haben Europäer gewöhnlich kein Gefühl dafür, dass es absolut nicht normal wie im Zoo, sondern sehr gefährlich ist, Wildtieren so nahe zu kommen. Erst im Nachhinein habe ich wirklich verstanden, warum die Verhaltensregeln während der Safari wie z. B. niemals Arme rausstrecken so wichtig sind – noch heute sterben meist mehrere Touristen pro Jahr im Krüger Nationalpark, weil sie z. B. den Kopf aus dem Autofenster strecken oder ihre Kamera aufs Dach stellen wollen. Unser Guide erklärte, dass es früher auch Touren zu Fuss durch Nationalparks gab, aber dass dies nicht nur für den Menschen sehr gefährlich ist, sondern auch den Tieren gegenüber unfair. Denn die Wildtiere sind zwar an Jeeps gewöhnt, die sie als belanglose Entität wahrnehmen – aber wenn sie ein Einzelindividuum identifizieren, greifen sie an, um ihr Territorium zu verteidigen. Wenn man Elefanten zu nahe kommt, ist es für sie ein Leichtes, den Jeep oder das Auto umzustoßen – entsprechende Fotos konnten wir beim Braai in der Mittagspause an der Wand einer kleinen Raststätte im Park bewundern.

Unter Braai versteht man das typische südafrikanische Grillen, welches überall praktiziert wird – es ist ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis, das fest im Alltag integriert ist. Meist treffen sich Familien, um im Freien ihr Essen gemeinsam zuzubereiten. Überhaupt ist auch generell Campen sehr verbreitet und ich habe noch nie so häufig Geschäfte für Campingbedarf gesehen wie in Südafrika.

Beim Braai bei Mittagsrastplatz Kruger-Nationalpark (Quelle: eigenes Foto)

Während wir an einem anderen Tag mittags in einer anderen Location nahe der Grenze zu Mosambik auf das Warmwerden des Grills warteten, gingen wir auf eine kleine Anhöhe zu einem Aussichtspunkt auf einen Fluss – interessant war, wie sich die Anzahl der kleinen Krokodile am Ufer ständig blitzschnell veränderte.

Wieviele kleine Krokodile siehst du? – Es sind vier am Ufer. (Quelle: eigenes Foto)
…und jetzt? – Plötzlich fünf Krokodile! (Quelle: eigenes Foto)

Die dritte herausragende Situation fand genaugenommen bereits vor dem Betreten des Kruger-Nationalparks statt – wir waren gerade im Jeep auf dem Weg zum Parkeingang und zu unseren Seiten war ein Zaun. Eigentlich war ich an diesem Tag noch gar nicht richtig wach und es nieselte leicht, so dass ich schläfrig vor mich hin blinzelte. Doch dann blickte ich nach rechts – und sah eine Gepardin mit ihren Jungen direkt am Zaun entlang spazieren! Diesen Moment werde ich nie vergessen – Auge in Auge mit der Gepardin, die nur wenige Meter entfernt war! Ich schrie sofort los, „Stopp“ und „Back, back, back“, und wir machten ein waghalsiges Manöver, um mit dem Jeep rückwärts zurückzusetzen.

Ich war Auge in Auge mit der Gepardin! (Quelle: eigenes Foto)
Gepardensprung! (Quelle: eigenes Foto)

Als die anderen Jeepinsassen auch auf die Geparden aufmerksam wurden, brach vor Aufregung ein ziemlicher Tumult los – wie so oft mussten wir uns schnell wieder zusammenreißen, um nicht durch Lärm die Tiere zu verschrecken. Während der Jeepsafari hat sich nebenbei ein toller Gruppenzusammenhalt entwickelt und sogar ich als Vegetarierin habe wohl zum ersten Mal verstanden, was „Jagdfieber“ wirklich bedeutet – natürlich ohne Tötungsabsichten zu entwickeln, die mir nach wie vor absolut unverständlich sind. Die Tiere zu erspähen und zu versuchen, ein möglichst ein gutes Foto zu bekommen erweckt mit der Zeit ungeahnt heftige Emotionen. Insbesondere als uns das letzte der Big Five – der Leopard – noch fehlte und wir ihm dicht auf den Fersen waren, mussten wir viel lachen, weil wir uns fast aufeinander stapelten, um alle nach rechts im Busch Ausschau zu halten.

Ohne unseren Guide, der genau wusste, dass, wenn ein bestimmter Vogel auf eine besondere Art pfeift, der Leopard in der Nähe sein muss, hätten wir das beeindruckende Tier wahrscheinlich kaum zu Gesicht bekommen. Leider ist mir mit meiner uralten Kamera aber kein Foto gelungen, ebenso wenig wie von den lebenden Nashörnern, da die Herde weiter weg und meine Kamera zu schlecht war. Allerdings haben wir einmal das Gerippe eines gewilderten Nashorns passiert, welches erst vor zwei Tagen erschossen wurde, aber bereits quasi vollständig von anderen Tieren wie z. B. Hyänen aufgefressen und von den verschiedensten Arten von Geiern bedeckt war. Da der Kruger-Nationalpark einer der größten Nationalparks der Welt ist und es nicht genug Aufpasser zur ständigen Überwachung gibt, ist es leider immer noch häufig, dass nachts Nashörner gewildert werden, weil man dem Horn – insbesondere in asiatischen Kulturen – spezielle Heilwirkungen zuschreibt und es daher teuer verkaufen kann.

Gewildertes von Geiern belagertes Nashorngerippe im Kruger-Nationalpark (Quelle: eigenes Foto)

In der zweiten Nacht in unserem Camp  konnte ich plötzlich ganz nah eine Art Kichern hören und mein Herzschlag beschleunigte sich. Das Camp war ja weder umzäunt noch gab es eine Nachtwache und die Zeltwände sind superdünn, während wir ihm Wildlife Sanctuary ja Stories von der Kraft des Hyänengebisses gehört hatten…Ich war mir sicher, dass es eine Hyäne war, aber nach einiger Zeit hörte man nichts mehr und schließlich schlief ich ein.

Hyäne im Kruger-Nationalpark (Quelle: eigenes Foto)

Am nächsten Morgen beim Frühstück bestätigte der Koch, dass eine Hyäne ganz nahe am Lager war – er hatte sie auch gehört und der Laut ist ja ziemlich unverwechselbar. Ein weiteres Mal war ich verwundert, dass es keinen Zaun um das Camp gibt oder Wachen aufgestellt werden. Angeblich wollen sie in absehbarer Zeit ein größeres Camp bauen, welches dann wahrscheinlich auch außenrum befestigt sein wird.

So romantisch das nächtliche Grillenzirpen zum Einschlafen im Safarizelt auch war – in der dritten Nacht schreckte ich mitten in der Nacht aus dem Schlaf, weil es neben meinem Zelt laut polterte. Ich griff nach meiner Taschenlampe und schaltete sie kurz ein, woraufhin direkt neben mir ein deutliches Knurren, wie von einem Hund kurz bevor er angreift, ertönte! Schnell machte ich die Taschenlampe wieder aus und mich auf alles gefasst. Ich war nicht in der Lage, die Tiere – denn dem Lärm nach musste es ein ganzes Rudel sein – genau zu identifizieren. Erst musste ich an die gestrige Hyäne denken, tippte dann aber doch auf Wildhunde. Auf jeden Fall etwas mit einem sehr kräftigen Gebiss – ich hörte die Tiere nämlich auf dem Gummi der Autoreifen, die uns als Sitzgelegenheiten um die Feuerstelle dienten, herumkauen.

Im Dunkeln suchte ich zusätzlich zur Taschenlampe mein lächerlich kleines Taschenmesser griffbereit heraus und entwarf den Plan, zur Not ein angreifendes Tier versuchen zu blenden. Fieberhaft überlegte ich, was nun die beste Verhaltensstrategie war – einfach ruhig liegen bleiben und sich nicht bemerkbar machen? Aber Raubtiere erkennen mich als potenzielle Beute doch am Geruch? Oder nehmen sie das Zelt auch wie einen Jeep als Entität, die sie ignorieren, wahr und ich sollte mich besser wirkllich nicht bemerkbar machen? Anfangs überlegte ich, laut zu schreien, um die anderen zu wecken, aber mein Zelt stand ja etwas abseits von den nächsten in der Mitte des Camps und ich wusste nicht, ob es nicht ein großer Fehler wäre, die Aufmerksamkeit auch der Tiere auf mich zu ziehen. Zudem gab es meines Wissens im Camp genauso wie im Safarijeep kein Gewehr für den Notfall – also hätte es sowieso nichts genutzt, andere zu wecken.

So lag ich schweißgebadet die halbe Nacht mit angehaltenem Atem im Zelt und wartete darauf, dass es hell wurde und die nächtlichen Besucher verschwanden. Nachdem ich noch einen ordentlichen Schreck bekam,  als ca fünf Meter hinter meinem Kopf ein lautes Krachen ertönte – später sah ich, dass die Tiere eine massive Holzbank umgeworfen hatten – verzogen sich die mir unbekannten Wesen schließlich tatsächlich. Da ich inzwischen ziemlich dringend die Toilette aufsuchen musste, war ich erleichtert, als ich den ersten Zeltreißverschluss hochgehen hörte – vorher hatte ich mich nicht getraut, mich aus dem Zelt zu wagen. In der noch milden Vormittagsonne betrachtete ich den verwüsteten Lagerfeuerplatz rechts neben meinem Zelt: Die Autoreifen waren wild durcheinander gezerrt worden, Gerätschaften wie Besen und Eimer aus einer Ecke waren umgefallen. Als wir beim Frühstück saßen, kam schließlich durch den Koch, der den nächtlichen Besuch ebenfalls bemerkt hatte, die Auflösung, wer das Chaos angerichtet hatte: Wir waren von einer Wildschweinfamilie „überfallen“ worden!

*unbezahlte Werbung; Kennzeichnung, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.