Meine Erfahrung mit Malariaprophylaxe Malarone auf Safari

(*unbezahlte Werbung; Kennzeichnung, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein)

In diesem Artikel geht es um meine persönlichen Erfahrungen mit Malarone-Tabletten bei einer viertägigen Tiersafari im Kruger-Nationalpark in Südafrika – Nebenwirkungen inklusive!

Erhöhte Malariagefahr zur Reisezeit

Zwei Monate bevor es Ende 2017 los auf meine erste Tiersafari ging, die im Kruger-Nationalpark in Südafrika geplant war, häuften sich leider Onlinenachrichten, dass wegen des feuchten Wetters besonders viele Mücken geschlüpft und bereits vermehrt Malariainfektionen mit der gefährlichen Malaria Tropica aufgetreten waren. Ursprünglich dachte ich, dass ich Malariatabletten nur zur Prophylaxe mitnehme, weil ich kein Freund von unnötiger Medikamenteneinnahme bin; nun begann ich zu überlegen, dann doch wirklich ein paar Tage zuvor mit der Einnahme zu starten.

Online-Bestellung von Malarone

Zunächst began die Suche nach dem geeigneten Präparat – beim Durchlesen aller möglichen Horror-Nebenwirkungen und im Hinblick auf die Verträglichkeit entschied ich mich für Malarone. Leider ist dass auch eines der kostenintensivsten Präparate, aber bei alle anderen schienen mir die Nebenwirkungen noch gruseliger. Ich bestellte die Malariaprophylaxe Malarone online von einer Apotheke in der Niederlande, auf die ich in einem Online-Reiseforum gestoßen war, da die teuren Tabletten dort um einiges billiger waren. Dies ist sicherlich nicht Jedermanns Sache; wenn man online im Ausland etwas bestellt, weiss man ja nie, ob nicht etwas anderes als erwartet drin ist, vor allem, wenn es günstiger ist. Aber ich habe der Apotheke vertraut und die bestellten Malaronetabletten sind auch problemlos und rechtzeitig vor Reisebeginn angekommen.

Wieviel Malarone nehme ich mit?

Insgesamt habe ich zwei Packungen Malarone à 12 Tabletten mitgenommen. Eine Packung reicht perfekt aus für eine viertägige Safari im Kruger-Nationalpark zur Hochrisikozeit für Malaria, da man ein paar Tage zuvor mit täglich je einer Tablette beginnt und nach der Safari die Einnahme auch noch eine Woche fortsetzen muss. Die zweite Packung Malarone hatte ich als Reserve dabei oder auch im Falle des Falles als Erstmedikation bis zum Arztbesuch, falls ich irgendwo in der Pampa sein sollte und doch Malariaanzeichen bei mir bemerken würde (die Prophylaxe bei der Safari kann nicht verhindern, dass man sich infiziert, aber mildert den Verlauf ab).

Ersteinnahme von Malarone ohne große Nebenwirkungen

Die Einnahme der Malaronetabletten habe ich direkt nach Ankunft in meinem ersten Hostel begonnen; ich wollte nicht vor dem langen Flug starten, weil ich ja nicht wusste, wie ich sie vertragen würde. Zeitlich war der Einnahmebeginn zum Glück noch ausreichend. An diesem ersten Tag in Südafrika fühlte ich mich etwas benommen, nahm die Umwelt etwas gedämpft war – dass konnte von dem langen Flug kommen oder von der ersten Malariatablette oder auch beidem zusammen. Bereits ab dem zweiten Tag hatte ich aber keinerlei Probleme und schien Malarone dauerhaft gut zu vertragen. Über meinen Entschluss, die Tabletten nicht nur mitzunehmen, sondern gleich anzuwenden, war ich dann auf der Safari sehr froh, da nur eine einzige Teilnehmerin keine Prophylaxe dabeihatte und daher auch nicht einnahm – sie hatte zwischendurch schon etwas Panik, denn trotz Mückenschutzkleidung und Einsprühen blieben Stiche nicht aus. Nach einem langen aufregenden Safaritag kamen wir meistens total verschwitzt in der Dämmerung zurück und duschten damit genau zu der Zeit, wenn die Viecher aktiv werden. Und die Duschräume waren nicht ganz geschlossen, sondern es gab einen großen Spalt zwischen Decke und Wänden – ich überlegte zwischendrin auch mal, ob da eigentlich theoretisch auch ein Leopard gut durchpassen würde – , außerdem war der Eingang zum Sanitärbereich nicht verschließbar.

Der verflixte achte Malarone-Einnahmetag

Soweit hatte ich also auf der Safari und danach keine negativen Nebenwirkungen von Malarone festgestellt. Dann kam allerdings der achte Tag der Einnahme. Eigentlich war es ein wunderschöner Tag gewesen, einer meiner Highlights in Südafrika, da ich einen Halbtagesritt in den Drakensbergen zu einem Wasserfall, hinter dem man auf den Felsen die Reste bunter San-Buschmannzeichnungen bewundern konnte, unternommen hatte. Mitten in der Nacht allerdings begann ich im Schlaf zu schreien und weckte damit peinlicherweise die acht Leute in meinem Mehrbettdorm! Schließlich stand einer auf, suchte zuerst mit seiner Taschenlampe das Zimmer ab, kam zu mir und fragte, ob es mir gut geht…dass war sehr nett von ihm, aber die Situation war megapeinlich!

Halluzinative Alpträume durch Malarone

Normalerweise habe ich so gut wie nie Alpträume – aber diesmal war ich mir ziemlich sicher, dass die Malaronetabletten daran ihren Anteil hatten. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich in jener Nacht geträumt habe, aber es fühlte sich auf jeden Fall viel unmittelbarer und realer an als bei gewöhnlichen Träumen. Somit ging ich davon aus, dass es sich um die Malariaprophylaxe-typischen halluzinativen Träume handelte. An diesem Tag reiste ich weiter zu einem Hostel in der Nähe von Lesotho und war erleichtert, dass ich die Einzige in dem bereits vorher gebuchten Viererdorm war – somit würde ich bei eventuellen weiteren Alpträumen wenigstens nicht alle anderen Backpacker aufwecken. Schließlich musste ich Malarone noch ein paar wenige Tage nehmen, sonst wäre vielleicht die ganze Einnahme umsonst gewesen und ich hatte auf der Safari definitiv mindestens drei Mückenstiche davongetragen.

Nervosität vor dem Schlafengehen

Das holzverkleidete Zimmer in dem mit einer Ökoplakette dekoriertem Hostel war ganz nett, aber leider war die Tür etwas schief geraten und blieb immer einen Spalt offen, weil sie nicht genau in den Rahmen passte. Ich war tatsächlich nervös, als es Zeit zum Schlafen war – der Trost war, dass ich immerhin jetzt wohl nicht mehr so leicht (in dem Haus gab es aber schon noch andere belegte Zimmer) andere stören würde, wenn wieder halluzinatorische Träume aufgrund der Malaroneeinnahme auftraten. Ich nahm mir fest vor, im Falle des Falles diesmal nicht zu schreien, sondern stattdessen mit viel Willenskraft einfach nur die Augen zu öffnen. Schließlich schlief ich ein.

Augen auf und der „Gefahr“ ins Gesicht bzw. auf den Bauch geblickt!

Plötzlich öffnete sich der Türspalt und eine Art großer schwarzer Hund kam auf mich zugeschossen und ich spürte, wie er mich erreichte und schmerzhaft in den Bauch biss. Mit größter Kraftanstrengung öffnete ich die Augen – und der Hund war nicht da. Die Tür war nach wie vor maximal angelehnt, es war also niemals einer hereingekommen. Trotzdem hatte ich Herzklopfen, weil der Biss so real war und tastete meinen unversehrten Bauch ab. Im Nachhinein wurde mir klar, dass der Hund wahrscheinlich eine Reminiszenz von meinem Campüberfall auf der Safari war, als ich die Wildschweine zunächst für Wildhunde gehalten hatte. Dies steckte mir wahrscheinlich noch in den Knochen. Auch wenn es bei diesen Abenteuern in Südafrika so wirkt, normal bin ich eigentlich wirklich kein solcher Angsthase!

Bewältigungsstrategie funktioniert

Nachdem ich mich überzeugt hatte, dass alles in Ordnung war, war ich stolz darauf, wie gut meine Bewältigungsstrategie des Augenaufmachens bei Alpträumen funktioniert hatte und schlief den Rest der Nacht des achten Tages der Malariaprophylaxeeinnahme traumlos durch. Ich hatte den Alptraum zwar nicht von Vorneherein verhindern können, aber ihn zumindest schnell beendet, was wenigstens ein wenig Kontrollgewinn darstellt. Danach hatte ich keine Alpträume mehr und konnte die Tabletten glücklicherweise absetzen. Ganz lassen sich Nebenwirkungen bei Malariaprophylaxe wahrscheinlich nicht vermeiden und da ich Malarone im Großen und Ganzen vor allem magentechnisch sehr gut vertragen habe, würde ich es bei einer neuen Reise in ein Malariagebiet wieder nehmen (habe ja auch noch die Reservepackung). Somit kann ich es bedingt empfehlen.

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